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Auf den nächsten Auftritt warten.

Während weiter droben auf dem Schlossberg die Fangesänge in der Voith-Arena tönen (FC Heidenheim – VfB Stuttgart, 1:2), klingt es aus den Garderoben des Congress-Centrums weit schöner. Die ersten Solisten des Ensembles sind eingetroffen. Und singen sich langsam ein. Die Wetterlage hat die dritte Aufführung der Oper “Carmen” erneut in die festen Mauern gedrängt. Und hinter den Kulissen gibt es schon die erste Routine.

Und das heißt immer auch: Warten.

Abendspielleiter Georg Simonsky wartet auf die Mitglieder des Ensembles, wartet auf den Chor, auf den Kinderchor, auf die Statisten, auf die Helfer in den Kulissen. Aber die sind schon alle da. In der Maske warten sie auch. Zwei Stunden vor Spielbeginn sind die ersten dran, es gibt einen festen Plan. Zwischendurch zählt Simonsky noch mal durch: Alle da.

Abendspiel-Leiter Georg Simonsky "dirigiert" den Kinder-Chor.

Dann warten sie alle auf den Beginn. Auch das Publikum, das nach dem Einlass wartet. Kleine Planänderung: Marcus Bosch als Künstlerischer Direktor der Heidenheimer Festspiele wird dem Publikum kurz erklären, warum man nicht im Rittersaal aufführen kann; es ist am späten Abend zu kalt. Und wenn der erste Ton erklingt, heißt es für viele: Warten. Warten auf den nächsten Einsatz, den nächsten Auftritt.

Das gilt für alle auf der Bühne. Und für die, die dahinter wirken. Die Gardrobieren warten. Die Technik wartet auch. Die Solisten warten.  Die Mitglieder des Kinder-Chores warten. Und essen Pizza. Die immer geliefert wird, wenn der Chor singt. Und dann schlingen sie. Und warten.

Für die Kinder gibt es zwischendurch Pizza.

Und zwischen den Wartezeiten sind Auftritte, kurze Absprachen, kurze Kommandos von Abendspielleiter Georg Simonsky.  Er weiß immer, wer wo wann hin muss, wer sich wie wo aufstellen muss, wer wann wie auftreten muss. Um zu warten. Wenn auch nicht lang. Aber warten.

Treffpunkt ist immer wieder der Requisiten-Tisch. Hier wird genommen, hier wird wieder abgelegt, hier wird wieder eingepackt, hier wird wieder ausgetauscht, hier wird – gewartet. Die Fan-Gesänge sind längst verstummt, die Fans auf dem Weg nach Haus, der Abendhimmel senkt sich über den Schlossberg.

Der Chor muss sich schnell umziehen.

Nach der Pause ist in den langen Gängen noch mal Hektik. Die Mitglieder des Chores müssen sich schnell für die nächste Szene umziehen. Also warten die Gardrobieren hier, um zu helfen. Die von der Maske sind auch da, um zu helfen. Und die vom Chor warten gar nicht. Sondern ziehen sich in Windeseile um. Die ersten Kostüme werden wieder eingepackt, der Requisitentisch wird wieder voller.

Die Techniker warten.

Kurz vor Aufführungs-Ende warten sie wieder. Auf den Schluss-Applaus. Die Applaus-Ordnung hängt an der Wand. Georg Simonsky weiß Bescheid. Er schickt Ensemble, Dirigent, Chor und Kinder-Chor in geordneter Reihe auf die Bühne. Die Techniker warten. Sie müssen noch abbauen. Und dann ist die Vorstellung vorbei. Und niemand wartet. Alle gehen.

Alle gehen.

cdv!


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