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Zeit für das eigene Make-up.

Sie sind früh dran. Und so früh dran, dass es noch für das eigene Make-up reicht. Lidstrich, Wimpern, Lippenstift, Haare, mit dem Glätteisen. Auf dem Tisch liegen die Perücken schon bereit. Schnell noch mal eine durchbürsten, fertig. Pinsel, Schwämme, Cremes und Tuben, Paletten, Puder – alles da. Und von draußen scheint es sommerlich, dennoch lassen die Temperaturen die Aufführung von “Carmen” im Rittersaal von Schloss Hellenstein an diesem Tag nicht zu.

Perücke durchbürsten. Fertig.

Zwei Stunden vor dem Beginn der Aufführung ist die Maske bereit. Für die ersten Solisten, später dann für die Mitglieder der Stuttgarter Choristen, den Kinderchor und für die Statisten. Geschminkt werden alle. Lisa, Julia, Sandra und Hanna sind alles professionelle Maskenbildnerinnen. Und entsprechend schnell.

Hier die Haare aufdrehen, denn es gibt viele Perücken für die Damen, für einige Herren übrigens auch, dann das Gesicht. Und mittlerweile kennt man sich, man auch Zeit für einige Worte. Und einige sitzen einfach, genießen das behutsame Wirbeln der vier Frauen, die jeden Handgriff kennen. Es gibt Lob: “Du machst mich so schön, das ist wunderbar”, sagt eine.

Julia malt ein Tattoo auf den Arm.

Aufwändig ist das Make-up für den Choristen Holger Wessinger, den Hanna immerhin zu einem Kollegen macht. Oder Kollegin. Also irgendwie transsexuell. Und Holger ist in der Aufführung für die Maske im Film-Set zuständig. Das dauert, bis aus dem Mann eine Frau geworden ist. Und sieht großartig aus (eigene Bilderserie folgt später….).

Nachdem alle durch sind, ist wieder etwas Ruhe. Halt, es ist wenige Minuten vor der Aufführung, und dann gibt es für die “Carmen” noch die Perücke. Und einer der Chorsänger stürzt noch mal rein. “Der Wirbel…..”, sagt er, die Haare stehen vom Kopf ab. “Nimm Haarspray”, sagt Lisa zu ihrer Kollegin. Schnell erledigt.

Einfach still genießen.

Als letzter der Solisten ist “Escamillo” an der Reihe, weil sein Auftritt viel später ist. Heute ist es Randall Jakobsh, der zwei der Aufführungen mitgestaltet. Jetzt ist er gut drauf, obgleich ihm am Nachmittag noch der Magen rumort hat. Für die vier Maskenbildnerinnen ist jetzt immerhin etwas Pause. Aber nicht ganz zu lang. Dort müssen noch mal die Haare gemacht werden, dort muss eine Perücke herunter. Sie helfen noch in der Garderobe beim Umzug aus. Und schließlich muss Lisa noch mit ihrer Kollegin auf die Bühne, in die Maske des Film-Sets. Feierabend ist dann etwa, wenn die Vorstellung zu Ende ist, nach 23 Uhr. Nahezu alle Mitwirkenden schminken sich am Ende selbst ab.

Ausgewaschene Schwämme. Fast fertig für heute Abend.

Julia wäscht schon mal ihre Schwämme und Pinsel gründlich aus. Das muss immer. Sie nimmt Kernseife dafür. “Das ist am besten”, sagt sie, “damit das Fett ausgewaschen wird”. Alles wird ordentlich eingepackt. Und bei der nächsten Aufführung wieder ausgepackt.

cdv!


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