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Die Helden

Ein Opernwochenende, ganz als wär’ schon wieder Festspielsaison: Am Freitag zunächst Helden am Herd mit Marcus Bosch und einigen alten und neuen Bekannten aus dem Heidenheimer (Kultur-)Leben. Dann am Samstag einmal tief durchgeatmet, bevor es am Sonntag zur Live-Übertragung der neuen Nürnberger Inszenierung von Tristan und Isolde ging. Tatort in beiden Fällen: das Heidenheimer Kino-Center. Zum ersten Mal in Deutschland eine Opernpremiere in HD und Dolby Surround auf rund 50 deutschsprachigen Großleinwänden. Ein Erlebnis!

Am Ende großer Jubel für Marcus Bosch, die Nürnberger Staatsphilharmonie, Solisten, Chor und das Regieteam um Monique Wagemakers. Den Tristan sang übrigens Vincent Wolfsteiner, der in Heidenheim schon als Florestan auf der Bühne des Rittersaals gestanden hatte. Mit seiner Isolde Lioba Braun teilte er sich nun in Nürnberg einen überaus heftigen Schlussapplaus. Schon allein deshalb, weil Wolfsteiner trotz Erkältung bis zum Schluss eine bravouröse Leistung hingelegt hatte.

Fünf Stunden lang agierten die beiden auf einer futuristischen Bühne, die von zwei markanten weißen Ringen dominiert war. Im Interview zwischen den Akten deutete Bühnenbildner Dirk Becker seine Arbeit als Blick in einen Wassertropfen – ein Symbol für den Mikrokosmos, in dem sich das Tristan-Ensemble bewegt.

Über solche und andere Einsichten durfte sich das Kino-Premierenpublikum exklusiv freuen. So wie über einige herzliche Worte aus dem Mund des Dirigenten Marcus Bosch, der gleich nach dem ersten Akt vor die Kamera geeilt war. Grüße aus des Maestros Küche hatte es in Heidenheim schon zwei Tage vorher gegeben: Bei Helden am Herd hatten Marcus Bosch und seine Gäste wieder ordentlich den Kochlöffel geschwungen.

Die schönsten Momente aus Helden am Herd

In der kommenden Saison stehen die Heidenheimer Opernfestspiele ganz im Zeichen von Puccinis Turandot. Stilecht hatten die Helden für diesen Abend ein asiatatisches Menü vorgesehen: Pekingsuppe und Hähnchen Chop Suey.

Die Zutaten

Bevor es an den Wok ging, plädierte Felix Rathgeber, der Pepe aus der Kinderoper Zorro jagt den Carmen-Schatz noch einmal stimmgewaltig für Borstenvieh und Schweinespeck aus Strauss’ Zigeunerbaron. Aber ausgemacht ist ausgemacht: Es blieb bei China-Küche und Turandot. Deren Handlung fasste Felix Rathgeber in erstaunlichen 30 Sekunden zusammen. Er muss es wissen: Schließlich singt er im Sommer den Mandarin.

Felix Rathgeber, Marcus Bosch

Wie immer bewies Marcus Bosch, dass er nicht nur sein Orchester im Griff hat, sondern auch seine Helden mit sicherer Hand dirigiert. Hier instruiert er Felix Rathgeber und Randall Jakobsh, der in der letzten Heidenheimer Saison den Escamillo in Carmen sang. Den Broccoli schön kleinschneiden, bitte.

Marcus Bosch, Felix Rathgeber, Randell Jakobsh

Dieser Kapellmeister kann nicht nur dirigieren, er bewährt sich auch als Küchenchef und Talkmaster. Dem Heidenheimer Kinobesitzer Ralf-Christian Schweizer entlockte er einige technische Geheimnisse der kommenden Tristan-Übertragung. Für den Opernfan ist dies inzwischen fast eine Routineaufgabe: Schweizer brachte schon etliche Produktionen der Met live nach Heidenheim auf die Leinwand.

Markus Bosch, Ralf-Christian Schweizer

Angeregt plauderte Marcus Bosch auch mit Martin Wilhelm, dem neuen Verleger der Heidenheimer Zeitung. Dieser ist nach 15 jahren in seine Heimatstadt zurückgekehrt und sieht die Opernfestspiele als “großen Schritt nach vorne”.

Marcus Bosch, Martin Wilhelm

Schließlich waren Suppe und Chop Suey fertig. Am Büffet bilden sich Schlangen, Teller und Gläser füllen sich und fanden schnell ihre Abnehmer. Und wenn Turandot im Sommer ebenso vorzüglich mundet …

Das Heldenbüffet

Text und Fotos: Matthias Masel


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1 Kommentar zu diesem Thema
  1. Am 25.08.2013 schreibt Christoph Fluri-Heckenbücker:
    1

    Ist schon länger her und da wäre ich gerne dabei gewesen!-)

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